Zielgruppen UX Research 4 min

Mobile-First ist nicht nur fur ein junges Publikum relevant

Clemens Bartke uber Nutzerdaten, die eine gangige Annahme widerlegen

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Mobile-First ist nicht nur fur ein junges Publikum relevant

Clemens Bartke forscht seit 8 Jahren zu Nutzerverhalten im digitalen Raum. Sein Spezialgebiet: altere Nutzergruppen und ihre Interaktion mit mobilen Geraten.

Er wird eine Annahme immer wieder horen: Mobile-First lohnt sich vor allem dann, wenn die Zielgruppe jung ist.

Die Datenlage zeigt etwas anderes. In Deutschland nutzen laut einer Erhebung aus dem Jahr 2023 rund 72 Prozent der 50- bis 64-Jahrigen ihr Smartphone regelmasig fur den Zugriff auf Webseiten. Bei den uber 65-Jahrigen sind es noch 49 Prozent. Kein Nischenpublikum.

Was Clemens in Nutzertests beobachtet hat

In einem Usability-Test mit 18 Teilnehmenden zwischen 55 und 71 Jahren testete Clemens zwei Versionen einer Gesundheitsinformationsseite: eine Desktop-first-Version und eine Mobile-First-Version. Die Mobile-First-Variante hatte grossere Schaltflachen, klarere Abstande und weniger Navigationsstufen. 14 der 18 Teilnehmenden fanden gesuchte Informationen auf der Mobile-First-Version in unter 45 Sekunden. Auf der anderen Version schafften das nur 7.

Grossere Schriftgrade, klarere Hierarchien und reduzierte Informationsdichte sind keine Vereinfachungen fur ein junges Publikum. Sie sind Grundprinzipien guter Lesbarkeit, von denen alle Nutzergruppen profitieren.