Als Tobias Wernecke vor 6 Jahren zum ersten Mal gebeten wurde, ein Projekt von Anfang an Mobile-First zu gestalten, schickte er dem Kunden eine Kostenschatzung mit 15 Prozent Aufschlag. Heute lacht er daruber.
Der Aufschlag war falsch kalkuliert.
Was viele nicht sehen: Wer Desktop-first entwirft und am Ende fur Mobilgerate anpasst, lost Probleme zweimal. Layouts brechen auseinander, Navigation muss neu gedacht werden, Bilder sind zu gross. Dieser Nacharbeitungsaufwand kostet mehr als ein sauber geplantes Mobile-First-Projekt von Beginn an.
Ein konkretes Beispiel aus der Praxis
Tobias beschreibt ein Projekt fur einen regionalen Handwerksbetrieb. Die ursprungliche Desktop-Version hatte 14 Navigationspunkte. Als er das Layout fur 390 Pixel Breite neu dachte, stellte sich heraus, dass 9 davon zusammengefasst werden konnten. Das vereinfachte nicht nur die mobile Ansicht, sondern auch die Desktop-Navigation. Beide Versionen wurden besser.
Der eigentliche Kostentreiber bei Mobile-First ist fehlende Planung, nicht die Methode selbst. Wer Inhalte, Hierarchien und Nutzerfluss vor dem ersten Entwurf klar definiert, zahlt am Ende weniger, nicht mehr.
Tobias fasst es so zusammen: Mobile-First ist kein Budget-Problem. Es ist ein Planungsproblem, das sich losen lasst, bevor die erste Zeile CSS geschrieben wird.